Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte mahnt zur Sachlichkeit.

Pressemitteilung der BAG der Fanprojekte (3.11.2011)

Mit Besorg­nis beob­ach­tet die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Fan­pro­jek­te (BAG) die der­zei­ti­ge Medi­en­de­bat­te um eine angeb­li­che Aus­ufe­rung der Gewalt bei und im Umfeld von Fuß­ball­spie­len. Durch die enge Arbeit mit jun­gen Fuß­ball­fans und den direk­ten Kon­takt in die loka­len Fan­sze­nen ist es den Mitarbeitern/innen der Fan­pro­jek­te mög­lich, aktu­el­le Ent­wick­lun­gen und Stim­mun­gen zu regis­trie­ren und dar­auf ange­mes­sen zu reagie­ren.
Die BAG ver­folgt mit Sor­ge die momen­tan aus­ufern­de Dis­kus­si­on über die angeb­li­che Gewalt­zu­nah­me im Rah­men von Fuß­ball­spie­len. Ver­tre­ter von DFB und DFL, aus Poli­tik und Gesell­schaft und die Poli­zei erwe­cken in ihren Aus­füh­run­gen den Ein­druck, dass der Besuch eines Fuß­ball­spiels zwangs­läu­fig mit einer Gefähr­dung der eige­nen Gesund­heit und der Unver­sehrt­heit des eige­nen Lei­bes ver­bun­den ist. Die aktu­el­le Bericht­erstat­tung in den Medi­en führt zu einer Hys­te­rie und geht völ­lig am Ziel einer sach­ge­rech­ten und objek­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma der Gewalt beim Fuß­ball vor­bei. In der öffent­li­chen Wahr­neh­mung wird ein Bild ver­fes­tigt, das nicht den Tat­sa­chen ent­spricht und in dem bspw. die Ver­wen­dung von Pyro­tech­nik pau­schal mit „Gewalt“ und „Ran­da­le“ gleich­ge­setzt wird, und die Ultra-Grup­pie­run­gen als allei­ni­ge Ver­ant­wort­li­che für die aktu­el­le Lage dar­ge­stellt wer­den. Durch eine sol­che Sip­pen­haft ein­zel­ner Grup­pen sowie die undif­fe­ren­zier­te Bericht­erstat­tung, die in wei­ten Tei­len popu­lis­ti­sche Züge ange­nom­men hat, kommt man dem Ziel der Ver­rin­ge­rung der Gewalt beim Fuß­ball kei­nen Schritt näher. Viel­mehr steigt die Gefahr, dass durch die Dar­stel­lung fal­scher Tat­sa­chen und die Panik­ma­che in vie­len Pres­se­be­rich­ten, die Gewalt im Umfeld des Fuß­balls noch wei­ter ansteigt und sich die Fron­ten wei­ter ver­här­ten.

Die BAG for­dert bei der der­zei­ti­gen Dis­kus­si­on eine Rück­kehr zu einer sach­li­chen und objek­ti­ven Bericht­erstat­tung und Debat­te. Es soll­te sich an sach­li­che Argu­men­te und an Fak­ten gehal­ten wer­den. Dra­ma­ti­sie­run­gen und Hys­te­rie füh­ren nicht zum Ziel, eher wir­ken sie sich kon­tra­pro­duk­tiv aus.

Unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung aus Sicht der BAG ist, dass es (wei­ter­hin) einen Dia­log mit den (betrof­fe­nen) Fußballfans/Ultras gibt. Nur durch den offe­nen und ehr­li­chen Aus­tausch mit die­ser Grup­pe ist es mög­lich, aktu­el­le Mei­nun­gen und Ent­wick­lun­gen aus den Fan­kur­ven zu regis­trie­ren und gemein­sam Lösungs­an­sät­ze zu ent­wi­ckeln, die ziel­füh­rend und nach­hal­tig schei­nen. Hier­zu gehö­ren Ver­band und Liga mit den Fans/Ultras und deren Orga­ni­sa­tio­nen an einen gemein­sa­men Tisch. Die Fan­pro­jek­te wer­den die­sen Dia­log gern auf den Weg brin­gen, mode­rie­ren und beglei­ten. Nach Ansicht der BAG ist nur über den Weg der Kom­mu­ni­ka­ti­on und des Dia­logs das Ziel zu errei­chen, hin­ter dem alle Fuß­ball­fans stehen/stehen soll­ten: Weni­ger Gewalt beim Fuß­ball.

i.A. Mat­thi­as Stein
BAG Spre­cher

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