Kein Spiel wie jedes andere – Aktionstag im Hamburger Volkspark

Der 21. Janu­ar 2011 war ein beson­de­rer Tag für den HSV und sei­ne Fans. Das lag auch am erfolg­rei­chen Spiel gegen die Frank­fur­ter Ein­tracht. Aber nicht nur dar­an.

Denn nach mona­te­lan­ger Vor­be­rei­tung einer enga­gier­ter Grup­pe bestehend aus Fans unter­schied­li­cher Grup­pen (u.a. Ultras) stand der Spiel­tag unter dem bemer­kens­wer­ten Mot­to:


Tag der Viel­falt: wir ALLE sind der HSV – kein Platz für Dis­kri­mi­nie­rung!“tag der vielfalt 2

Auf Initia­ti­ve von Fans hat­te sich eine Arbeits­ge­mein­schaft gegrün­det, die sich inten­siv mit dem kom­ple­xen The­ma „Dis­kri­mi­nie­rung beim Fuß­ball“ beschäf­tig­te und dabei das Haupt­au­gen­merk auf den Ham­bur­ger SV und beson­ders die Fan­sze­ne vor Ort rich­te­te. Unter­stützt durch das HSV-Fan­pro­jekt, den Ver­ein und den HSV Sup­por­ters Club ent­stan­den so vie­le span­nen­de Dis­kus­sio­nen und letzt­lich der gro­ße Akti­ons­tag, der rund um das Bun­des­li­ga­spiel rea­li­siert wer­den konn­te.

Gera­de in Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass The­men wie Sexis­mus, Homo­pho­bie und Ras­sis­mus beim HSV bis­her kaum öffent­lich the­ma­ti­siert und dis­ku­tiert wur­den, war das Ergeb­nis über­wäl­ti­gend. Trotz der unglück­li­chen Ter­mi­nie­rung an einem Frei­tag­abend kamen hun­der­te Fans in den Akti­ons­be­reich inner­halb des Sta­di­ons, um zu dis­ku­tie­ren und sich zu infor­mie­ren.

Ins­ge­samt kann die Grup­pe, die auch nach die­sem Akti­ons­tag wei­ter aktiv blei­ben möch­te, mit Stolz auf eine Fül­le von Aktio­nen zurück­bli­cken:Frankfurt (H)_006

  • Cho­reo­gra­phie vor Spiel­be­ginn und Trans­pa­rent auf dem Spiel­feld
  • Foto­aus­stel­lung „Wir sind der HSV“ mit Bil­dern von über 500 HSV-Fans
  • The­men­spe­zi­fi­sche Aus­ga­be des „Volks­par­ketts“ (Fan­talk- und Forum vor dem Spiel in der Heim­kur­ve) mit über 400 Besu­chern
  • Tex­te und Auf­ru­fe, die Akti­on zu unter­stüt­zen: im Sta­di­on­heft „HSV Live“, in den Ultras-Info­blät­ter “See­manns­garn“ und “Kur­ven­in­fo“ sowie in dem von der Fan­be­treu­ung Rund­schrei­ben an die HSV-Fan-Clubs
  • Inter­views im Sta­di­on­in­nen­raum direkt vor dem Spiel mit Initia­to­ren sowie das Ein­spie­len eines für die Akti­on gedreh­ten Films („Wir sind der HSV“)
  • Erstel­lung einer Bro­schü­re, deren Schwer­punkt die The­men­be­rei­che Ras­sis­mus, Sexis­mus und Homo­pho­bie von den HSV-Fans pro­ble­ma­ti­siert wur­den.
  • Info­stän­de sowie der Ver­kauf von T‑Shirts (u.a. „HSV-Fans gegen Dis­kri­mi­nie­rung“), But­tons und Auf­kle­bern zum Selbst­kos­ten­preis
  • Eine Sen­dung des „Sup­por­ters TV“ eini­ge Wochen vor dem Akti­ons­tag zur The­ma­tik

Sowohl die Initia­to­ren als auch vie­le Fans waren sich nach die­sem Tag einig, dass ver­gleich­ba­re Aktio­nen fol­gen sol­len. Denn trotz des hohen Stel­len­wer­tes eines Sie­ges gegen Frank­furt ist spä­tes­tens an die­sem Abend vie­len beim HSV deut­lich gewor­den, dass auch ande­re The­men einen Platz in den Kur­ven ver­die­nen!

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